MS-Therapie: Behandlung des akuten Schubes
Die Therapie des akuten Schubes besteht in der intravenösen Gabe von hochdosierten Kortikosteroiden (oft als „Kortison“ bezeichnet) über einige Tage. Die Behandlung sollte möglichst innerhalb von 3 bis 5 Tagen nach Auftreten der Schubsymptome beginnen und wird über 3 bis 5 Tage fortgeführt. Danach kann die Kortisonbehandlung entweder sofort abgesetzt werden, oder sie wird über 14 Tage unter regelmäßiger Reduzierung der Dosis langsam ausgeschlichen. Kortison wirkt entzündungshemmend und unterdrückt die Aktivität des Immunsystems (Immunsuppression).
Die Symptome bessern sich hierdurch meistens in wenigen Tagen. Sollte unter dieser Behandlung keine Besserung der Symptome eintreten, kann eine erneute Kortison-Therapie sinnvoll sein. Bei besonders schweren Schüben besteht die Möglichkeit einer Plasmapherese-Therapie (Blutwäsche).
Wann wird bei MS eine Plasmapherese durchgeführt?
Die Plasmapherese kommt nur bei einem schweren akuten Schub und auch nur für eine kleine Gruppe von Patienten in Frage. Das Verfahren ähnelt der Dialyse bei Nierenkranken. Aus einer Armvene wird Blut aus dem Körper entfernt und in eine Maschine geleitet, die das flüssige Plasma von den Blutzellen trennt. Das Plasma (einschließlich vieler Lymphozyten und Eiweißstoffe) wird dann verworfen und durch normales Plasma oder Albumin ersetzt, damit kein Flüssigkeits- oder Eiweißmangel entsteht. Das so neu zusammengesetzte Blut wird dann dem Patienten wieder über eine Armvene zugeführt.
Die Plasmapherese kann mehrere Male wiederholt werden. Es wird angenommen, dass auf diese Weise auch Substanzen entfernt werden, die das Myelin verändern und/oder die Nervenleitfähigkeit beeinträchtigen. Die Behandlung sollte spätestens 4 bis 6 Wochen nach Auftreten des MS-Schubes beginnen. Es werden drei Behandlungen pro Woche über 2 Wochen durchgeführt. Die Methode eignet sich jedoch nicht als Langzeitbehandlung.