Symptomatische Behandlung der Multiplen Sklerose (MS)

Sport und Bewegung sind wichtiger Bestandteil der symptomatischen Behandlung der MS.
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Die Behandlung der MS hat in den letzten Jahren durch die Einführung einer wirksamen Schubbehandlung und insbesondere der immunmodulierenden Langzeittherapie große Fortschritte gemacht. Dennoch ist die MS bisher nicht heilbar. Deshalb wird es im Laufe der Erkrankung immer wieder notwendig sein, verschiedene Beschwerden (Symptome) der MS zu lindern. So vielfältig wie die Symptome der MS sind auch die Behandlungsmethoden.

Körperliche Symptome

Besonderes Augenmerk liegt hier auf der Verbesserung der motorischen Fähigkeiten, dem Erhalt der Alltagskompetenz, der Selbstständigkeit und der Berufs- bzw. Erwerbsfähigkeit. Damit wird ein sozialer Rückzug vermieden und nicht zuletzt auch die Lebensqualität entscheidend verbessert. Die wichtigsten Behandlungsformen sind:

  • Physiotherapie: Krankengymnastik, Bewegungsbad und anderes mehr
    Therapieziele: Besserung von Störungen der Motorik und Koordination und Vorbeugung von Komplikationen
  • Ergotherapie: spezielle Techniken zur Stabilisierung des Rumpfes und der Bewegungskoordination, Üben von Aktivitäten des täglichen Lebens (z. B. Essen, Trinken, Schreiben, etc.)
    Therapieziele: Verbesserung der Beweglichkeit, Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Alltagsfähigkeiten, Selbstständigkeit und Berufsfähigkeit
  • Sporttherapie: gymnastisches Übungsprogramm, Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Laufen; Hippotherapie (Heilpädagogisches Reiten), Tai-Chi (Chinesisches Schattenboxen) und vieles mehr
    Therapieziele: Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens, Steigerung von Ausdauer und Beweglichkeit, Besserung bzw. Vorbeugung von Verspannungen und Schmerzen
  • Logopädie: Sprachtraining, Steuerung der Sprechgeschwindigkeit, Steuerung des Stimmtons und Verstärkung der Stimme, Schlucktraining (Verbesserung der Schlucktechnik)
    Therapieziele: Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, Erhaltung der Berufsfähigkeit, Vorbeugung von Komplikationen (Mangelernährung, Aspiration von Nahrungsbestandteilen)
  • Verordnung von Hilfsmitteln, um den Alltag zu erleichtern, (z. B. Gehstock, Rollator, spezielle geformte Haushaltsgegenstände, Zubehör zu Telefon und Computer, u. a.)

Psychische Symptome

Dies sind die „unsichtbaren Symptome“ der MS – Fatigue, Depressionen und kognitive Störungen. Abgesehen von gezielter psychotherapeutischer Betreuung haben sich die folgenden Methoden bewährt:

  • Erlernen von Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken, wie z. B. Autogenes Training, Muskelrelaxation nach Jacobson, Yoga
  • Ausdauersportarten bei Fatigue (siehe Sporttherapie)
  • Neuropsychologische Verfahren, Systematisches Training bei kognitiven Störungen: Gedächtnistraining, Lernstrategien, „Gehirn-Jogging“, computergestütztes Aufmerksamkeitstraining, gezieltes Training einzelner Funktionsstörungen (siehe Ergotherapie)
    Therapieziele: Training erhaltener Funktionen, Erhaltung von Alltagskompetenz und Berufsfähigkeit, Strategien zur Kompensation von Beeinträchtigungen, Vermeidung eines sozialen Rückzugsverhaltens, Verminderung subjektiven Leidensdrucks
  • Psychotherapie: Gesprächstherapie, Gruppentherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Coping-Strategien (= Hilfen zur Krankheitsbewältigung für Patienten und Angehörige)
    Therapieziele: Förderung der Krankheitsbewältigung, psychische Stabilisierung, Anpassung an das Autonomie- bzw. Abhängigkeitserleben im Verlauf der Erkrankung, Verminderung des subjektiven Leidensdrucks

Zusätzlich zu den nicht-medikamentösen Behandlungen werden bei vielen Symptomen auch Medikamente eingesetzt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Präparate für Sie geeignet sind.