Verlaufsformen der Multiplen Sklerose (MS)

Patienten mit der schubförmigen Verlaufsform der MS haben zwischen den Schüben keine oder wenige Beschwerden.
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Verlaufsformen der Multiplen Sklerose

Sowohl Häufigkeit, Dauer und Schwere der Schübe als auch die Geschwindigkeit, mit der die Behinderung voranschreitet, sind bei den Betroffenen individuell unterschiedlich. Es werden grundsätzlich drei Verlaufsformen der MS unterschieden:

  • Schubförmige MS oder schubförmig remittierende MS (Relapsing Remitting MS; RRMS): Die MS tritt in Schüben auf, deren Symptome sich vollständig zurückbilden, aber auch bleibende Schäden verursachen können.
  • Sekundär progrediente MS (Secondary Progressive MS; SPMS): Die Erkrankung beginnt schubförmig, geht dann aber in eine Phase der kontinuierlichen Verschlechterung, mit oder ohne Schübe, über.
  • Primär progrediente MS (Primary Progressive MS; PPMS): Bei dieser Verlaufsform der MS kommt es von Beginn an zu einer kontinuierlichen Verschlechterung, ohne dass Schübe im eigentlichen Sinn auftreten.

Die drei Verlaufsformen der MS

In der Abbildung ist der zeitliche Verlauf von links nach rechts dargestellt. Nach oben hin ist eine zunehmende Beeinträchtigung gezeigt. Die Balken symbolisieren einen Schub. Nach dem Schub können sich die Symptome entweder wieder zurückbilden oder eine Behinderungszunahme zurücklassen, wie durch die ansteigende Linie dargestellt wird.

Es ist unmöglich, den tatsächlichen Verlauf einer MS auch nur annähernd vorherzusagen, oftmals ist nur rückblickend zu erkennen, in welchem Stadium ein Patient sich befindet. Doch im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass bei der schubförmig verlaufenden MS relativ günstige Aussichten bestehen, besonders wenn die Schübe selten sind und sich die Ausfallserscheinungen gut zurückbilden.

Klinisch isoliertes Syndrom (KIS oder englisch CIS)

Bei einem klinisch isolierten Syndrom (KIS) kann es sich um das Anfangsstadium der MS handeln. Dabei kann sich der erste neurologische Ausfall auf ein bestimmtes Gebiet, beispielsweise den Sehnerv, beschränken. Ein KIS liegt vor, wenn ein erstes Symptom auftritt, das auf MS hinweist und sich auch im MRT Hinweise auf die Erkrankung finden. Wenngleich die Diagnose MS bei einem klinisch isolierten Syndrom (KIS) noch nicht gesichert ist, tritt bei 30 % der Patienten mit KIS innerhalb eines Jahres ein zweiter Schub auf.

Schubförmige MS (RRMS)

Die häufigste Verlaufsform ist die schubförmig remittierende MS (englisch: Relapsing Remitting MS; RRMS). Mit dieser Form beginnt bei ca. 80 % der Patienten eine MS-Erkrankung. Hierbei treten in unregelmäßigen Zeitabständen immer wieder Schübe auf. Diese Schübe sind in der Regel klar voneinander abgrenzbar und wechseln sich mit symptomfreien oder symptomarmen Phasen ab. Nach dem Schub bilden sich die Symptome oft vollständig oder zumindest teilweise zurück. Etwa bei der Hälfte der Erkrankten geht die MS im Laufe der Zeit von der schubförmigen Form in die sekundär progrediente (fortschreitende) Form über.

Sekundär progrediente MS (SPMS)

Bei nicht erfolgreicher Behandlung kommt es bei mehr als der Hälfte der Patienten nach ca. 10 Jahren zu einem sekundären Fortschreiten. Klinische Symptome und neurologische Ausfallerscheinungen nehmen dann immer weiter zu. Bei der sekundär progredienten MS (SPMS) können bei einigen Patienten anfangs noch Schübe auftreten, nach denen sich die Behinderung unvollständig wieder zurückbilden kann. Im weiteren Verlauf geht die Erkrankung dann in eine Phase über, in der die Behinderung dauerhaft fortschreitet. Diese Zunahme der Behinderung kann von Schüben begleitet sein, doch auch ohne erkennbare Schübe erfolgen.

Primär progrediente MS (PPMS)

Von einer primär progredienten MS (primär progrediente MS; PPMS) oder einem primär chronischen Verlauf spricht man, wenn die Symptome über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten anhalten. Dabei treten keine isolierten Schübe auf, sondern die Beschwerden gehen ineinander über. Es zeigt sich allenfalls ein zeitweiser Stillstand ohne wesentliche Rückbildung sowie zunehmende Verschlechterung und Behinderung.